Blog

Unsere Eingewöhnung im Coworking Toddler – ein Erfahrungsbericht von Marie und ihrer 10 Monate alten Tochter Nele

 

„Soll unser Kind mit einem Jahr schon in die KiTa gehen?“ Diese Frage hatten wir bei unserem erstgeborenen Kind mit einem ganz klaren „nein“ beantwortet. Erst mit 1,5 Jahren kam es in die Nestgruppe einer großen KiTa Berlins mit rund 100 Kindern. Nun stand die Entscheidungsfindung bei unserer Zweitgeborenen Nele wieder an. Dieses Mal wollte ich aus beruflichen Gründen nicht 1,5 Jahre mit der Eingewöhnung warten.  Aber selbst mit einem Jahr erschien uns die Eingewöhnung in einer „herkömmlichen“  KiTa zu früh, so dass wir über die Betreuung durch eine Tagesmutter nachdachten. Als ich dann durch Zufall von Coworking Toddler erfuhr, war schnell der Wunsch da, unserem Baby dort ein ergänzendes  Zuhause  zu schenken: Ich würde im angrenzenden Coworking -Space in unmittelbarer KiTa-Nähe arbeiten und könnte im Bedarfsfall binnen einer Minute bei Nele sein! „Kann KiTa ein zweites Zuhause sein?“ Nach meiner Erfahrung sage ich jetzt ganz klar: „Ja!“

Einzigartig in Deutschland

Das Besondere an dem Konzept von Coworking Toddler ist der ausgeprägte bindungs- und bedürfnisorientierte Erziehungsstil, bei dem in erster Linie darauf geachtet wird, was das Kind braucht und möchte – und nicht umgekehrt: Es gibt Stillmöglichkeiten für die kleinen Schützlinge, die noch eine „Extra-Portion“ Mama brauchen, und ein gemeinsames Mittagessen, bei dem Kinder, Eltern und Erzieher  zusammen an einem Tisch sitzen und sich austauschen können. Das ist einzigartig und hat uns als Eltern sofort überzeugt! Da der Coworking-Space neben der KiTa ist, fiel mir auch der Gedanke an die bevorstehende Trennung von Nele nicht so schwer. Ein kleines schlechtes Gewissen plagte mich im Vorfeld, dieses sollte sich aber dann ganz schnell verflüchtigen.

Es geht los…!

Unsere Eingewöhnung begann, als in der KiTa unseres erstgeborenen Kindes eine langjährige Erzieherin kündigte, da sie die Betreuung nicht länger als strukturelle „Massenabfertigung“ leisten wollte. Wir waren bestürzt und froh zugleich: Unser Küken hätten wir, trotz älterem Geschwisterkind im gleichen Haus, dort nicht mehr mit gutem Gewissen unterbringen wollen! Wir waren uns einig: Lieber nehmen wir zwei KiTa-Wege in Kauf, als dass unsere Kleine in eine ungünstige Betreuungssituation gerät!

Das Erzieher-Team von Coworking Toddler war mir sofort sympathisch! Wir sprachen im Vorfeld über die Gewohnheiten meines Kindes und der Bezugsbetreuer machte sich gleich Notizen und fragte nach Ritualen, die er im Umgang mit meinem Kind übernehmen könnte. (Wir standen während der ganzen Eingewöhnungszeit in einem engen Austausch und ich fühlte mich super informiert über die einzelnen Schritte in der Eingewöhnungsphase.)

Sanfte Eingewöhnung unter idealen Bedingungen

Wir begannen mit einer sehr sanften Eingewöhnung. Ziel war es, Nele mit der neuen Umgebung vertraut zu machen und langsam ein erstes Vertrauensverhältnis zum Bezugsbetreuer aufzubauen. Ich hielt mich zurück, so dass dieser Gelegenheit bekam, über Blickaustausch und Spielangebote mit ihr in Kontakt zu treten. Ich konnte mich dabei entspannt zurücklehnen und freute mich über den liebevollen und entspannten Umgang der Betreuer mit Nele. Wir hatten das große Glück, als eine der ersten Eltern unser Kind eingewöhnen zu können und genossen einen luxuriösen 1:1 Betreuungsschlüssel. Das war natürlich ein absoluter Traum!

Kein Tränenmeer

Am 4. Tag ging es dann an die erste Trennung. Ich spürte vorab eine leichte Nervosität. Aber dann war es für mich doch leicht zu gehen: Wir hatten den richtigen Moment abgewartet und es flossen bei dieser ersten Trennung sogar keine Tränen. In den kommenden Tagen behielten wir den Rhythmus bei und dehnten die Dauer der Trennungszeit nur langsam. Zwischendurch stillte ich auch noch manches Mal. (Unser Kind war zu dem Zeitpunkt noch 10 Monate alt und brauchte plötzlich wieder etwas häufiger Stilleinheiten.) Es floss hin und wieder doch eine Träne, aber dank des engen Austauschs war ich schnell bei Nele. Die Tränen waren in dieser seltenen Situation immer ein Hinweis auf Müdigkeit, schon nach wenigen Tagen schlief sie problemlos beim Erzieher ein.

Mit Geduld und Ruhe „dran geblieben“

Die Trennung nach dem Mittagessen war für Nele aber dann in der zweiten Woche nicht so leicht und wir entschlossen uns, es für eine weitere Woche bei nur einer Trennung zu belassen. Nach dem Mittagessen gingen wir also dann nach Hause. Mit diesem kleinen „Einschub“  konnte sie sich langsam eingewöhnen und ich hatte dennoch vormittags Zeit zum arbeiten.  Danach war dann auch die zweite Trennung kein Thema mehr!

Runder Abschluss

Unsere Eingewöhnung hat insgesamt  vier Wochen gedauert und ist für mein Empfinden perfekt gelaufen: sanft, bedürfnisorientiert und ohne Eile! Im abschließenden Feedbackgespräch hat der Bezugsbetreuer einen Evaluationsbogen zu den einzelnen Etappen mit mir durchgenommen, um etwaige Verbesserungsvorschläge mit mir zu besprechen. Was soll ich sagen? Ich habe keine gefunden. Ich erinnere mich noch, wie wir am Rande des Sandkastens sitzen und Nele versonnen seine Händchen immer wieder in den Sand eintauchen lässt. „Hier ist es doch ein bisschen wie Familie“, sagt der Erzieher zu mir. Da stimme ich voll und ganz zu!

 

(Redaktioneller Hinweis: Die Autorin hat ihren Namen sowie den Namen ihres Kindes geändert.)